Programm

Nächster Termin
Mi. 06.07.2022 – 18:45
weitere Termine

Foto: Toni Petraschk

Hinweis: Am 06.07.2022 besteht die Möglichkeit im Vorfeld des Stücks eine Tastführung für blinde und sehbehinderte Menschen wahrzunehmen. Die Bühnenführung und Vorstellung der Performer*innen findet um 18.45 Uhr statt. Das Stück beginnt um 19.30 Uhr. Bitte dafür ein Ticket mit dem Zusatz „Tastführung und Begleitperson“ kaufen. Das Stück wird durch die Geschichte und Musik hörbar und erlebbar. Bei Fragen gerne eine Mail an tickets@berliner-ringtheater.de.

Warum bist du so irrational?
Woher kommt das plötzlich alles?
Wenn du mir das nicht erklären kannst, wie soll ich es dann verstehen?

Marias Wut stammt aus der Behinderung, die sie durch die Gesellschaft erfährt. Ihr ganzes Leben lang dachte sie, sie kann, wie jeder andere Mensch auch, ihr normales Leben führen. Sie wird ihr Jurastudium beenden und dann wird sie als Anwältin arbeiten, viel Geld verdienen, glücklich sein und sich fühlen, als hätte ihr Leben Sinn. Doch dann kommt das Ende des Studiums, das Arbeitsleben beginnt und ein Jahr ums andere stellt sich das NORMAL nicht ein. Ihr Freund gibt ihr nie das Gefühl, dass er ihre Behinderung sieht. Aber mehr und mehr spürt Maria, dass sie behindert wird. Als Erwachsener sollte sich doch alles einrenken. Es sollte doch funktionieren, das Leben. Aber es holpert, es hapert und es fehlt an Respekt.

Die Wut bricht aus. Auf eine Gesellschaft, die mit ihrer unendlich engen Norm nicht nur Maria behindert. Auf hunderte Menschen in Marias Leben, die glauben, sie verstehen das alles und man müsse nur das und jenes tun oder einfach mal tief durchatmen. NEIN. Man muss nicht durchatmen, man muss durchdrehen.

Das Drehbuchprinzip „save a cat, kill a dog“ besagt, dass Hauptfiguren durch einen selbstlosen Akt (eine Katze retten) oder eine sinnlose Grausamkeit (einen Hund töten) dem Publikum näher gebracht oder entzogen werden können. ›MARIA KILLS A DOG‹ stellt die Frage, wann ein nicht-behindertes Publikum einer behinderten Hauptfigur die Sympathie entzieht und ob es in Fragen von Gerechtigkeit überhaupt um Sympathie geht.

Saioa Alvarez Ruiz spielt Maria Cruz. An einem musikalisch und ästhetisch der weiblichen Wut gewidmeten Abend wird sie dabei von Lilli Elena Strakerjahn und Peter Neugschwentner als Dialogpartner:innen, musikalischer Untermalung und szenischer Konfrontation unterstützt.

  • Weitere Termine

    Mi. 06.07.2022 18:45 Tickets
  • Team

    MARIA KILLS A DOG ist eine kollektive Stückentwicklung. Das Team besteht aus Performerin und Autorin Saioa Alvarez Ruiz, der Dramaturgin und Regisseurin Lilli Elena Strakerjahn, dem Autor Peter Neugschwentner und der transdisziplinären Künstlerin Marta Sala.

  • Förderung

    • Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg,
      Fachbereich Kultur und Geschichte
    • Einstiegsförderung, Senatsverwaltung für Kultur und Europa
  • Credits

  • Von und mit

    Saioa Alvarez Ruiz, Lilli Elena Strakerjahn, Peter Neugschwentner
  • Tastführung und Audiodeskription

    Leonie Ahmer

Galerie

In dem musikalisch und ästhetisch der weiblichen Wut gewidmeten Abend stellt MARIA KILLS A DOG die Frage, wann ein nicht-behindertes Publikum einer behinderten Hauptfigur die Sympathie entzieht.